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Feuerwehrstiefel

Ein sicherer und zuverlässiger Stiefel ist im Einsatz Gold wert. Denn er beschützt den Fuß nicht nur vor äußeren Gefahren wie Hitze und Kälte, sondern sorgt auch für ein angenehmes Klima im Inneren des Schuhs bei langen Tragezeiten, verhindert den Eintritt von Wasser und anderen Flüssigkeiten aus der Umgebung sowie bietet verschiedene Dämpfungssysteme zur Schonung der Fuß- und Sprunggelenke.

 

Weil im Einsatz keine Zeit ist, um mal schnell den Stiefel nachzuschnüren oder sich um nasse Socken zu kümmern, stellen wir euch hier die Schuhe vor, die unser Vertrauen haben. Wir achten besonders darauf, dass bei allen angebotenen Feuerwehrstiefeln die Qualität stimmt, die Sicherheit im Einsatz gewährleistet ist, und natürlich auch der Tragekomfort dabei nicht zu kurz kommt.



Wir möchten euch die Möglichkeit geben, die auf dem Markt verfügbaren Anbieter kennenzulernen, ihre Produkte mit- und untereinander vergleichen zu können und so bessere Kaufentscheidungen treffen zu können, für einen Stiefel, der jahrelang mit euch durchs Feuer gehen wird. Hier findet Ihr nicht nur detaillierte Beschreibungen der einzelnen Stiefelmodelle, sondern auch Erklärungen und Erläuterungen aller relevanten Normen und Standards. Zusätzlich könnt Ihr in unserem „Glossar“ und in unseren Ratgebern weitere Informationen und Tipps finden, welcher Einsatzstiefel der perfekte Schuh für euch ist.

Das Wichtigste im Einsatz ist euer Eigenschutz. Damit euch immer ein sicheres Gefühl begleitet, gibt es Einsatzstiefel.info – von Einsatzkräften, für Einsatzkräfte.

 

Was brauche ich?

Gemäß der Norm DIN EN 15090 unterscheiden sich Feuerwehrstiefel von anderen Sicherheitsschuhen. Daher werden sie in der Regel nicht mit den gängigen Klassifizierungen nach S1-S5 bezeichnet, sondern in Materialklasse und Einsatzbereiche unterteilt.

Bezüglich der verwendeten Materialien unterscheiden wir hier zwischen Stiefeln der Klasse I aus Leder oder anderen Materialien, sowie der Klasse II aus Vollgummi oder Gesamtpolymer, die im Ganzen vulkanisiert werden. Die meisten hier vorgestellten Feuerwehrstiefel werden aus Leder gefertigt und entsprechen somit der Klasse I, die etwa mit der Schutzklasse 3 bei Sicherheitsschuhen vergleichbar ist.

Nicht jeder Stiefel ist für alle Einsätze geeignet, daher ist jedem Schuh ein Einsatzbereich zugeordnet. Wir beginnen hier beim Typ F1. Dieser Typ ist zugelassen für die Technische Hilfe sowie die Brandbekämpfung im Freien, also den Außenangriff. Ein Schutz vor dem Durchtritt von z.B. Nägeln sowie eine Zehenschutzkappe sind hier nicht grundsätzlich enthalten. Stiefel, die dennoch über zusätzliche Eigenschaften verfügen, werden wie folgt ergänzt:
Aantistatische Ausrüstung
PDurchtrittsicherheit, Penetrationsschutz durch am Boden liegende spitze oder scharfe Gegenstände
TZehenschutz (das Kürzel T wird oftmals auch weggelassen)
Der Typ F2, als Standardfeuerwehrstiefel bezeichnet, umfasst die schwere Grundschutzausführung für alle Einsätze aus Typ 1 und zusätzlich den Innenangriff. Hier sind die Anforderungen für Durchtrittsicherheit und Zehenschutz bereits vorgegeben, meist verfügen die Einsatzstiefel noch über eine zusätzliche antistatische Ausrüstung, werden also mit F2A angegeben.
Schließlich existiert noch die sogenannte Sonderschutzversion Typ F3. Diese deckt alle Anforderungen der vorhergehenden Typen ab, zusätzlich eignet sie sich für Risikolagen wie Gefahrguteinsätze, Flugfeldbrände oder Einsätze mit hochexplosiven und außergewöhnlich heiß brennenden Stoffen. Auch dieser Typ kann durch die Bezeichnung zur Antistatik zu F3A erweitert werden.

Wir empfehlen grundsätzlich Stiefel der Klasse F2A als Persönliche Schutzausrüstung für Einsatzkräfte, die für den Innenangriff infrage kommen. Für den Innenangriff legen wir außerdem Wert auf einen hohen Schaft von mindestens 25cm zur Schutz des Schienbeinbereichs.

Natürlich haben die meisten Feuerwehrstiefel unserer Hersteller noch eine gute Portion Extras verbaut, auf die Ihr achten solltet. Diese werden ebenfalls mit verschiedensten Kürzeln bezeichnet, die im Folgenden aufgeschlüsselt werden:

Energieaufnahme im Fersenbereich bei Schlägen, Stößen und Stürzen
HIwärmeisolierte Sohle, hierbei bezeichnet
HI1eine Isolierung bis 150°C über eine Dauer von 30 Minuten und
HI3eine Isolierung bis 250°C über eine Dauer von 40 Minuten
CI kälteisolierte Sohle
WR wasserdicht
WRU bedingte Wasserdichtheit: <30% im Laufe einer Stunde
HRO Verhalten gegenüber Kontaktwärme
MExtraschutz im Mittelfußbereich
ANExtraschutz im Knöchelbereich
FOkein Eindringen von Kraftstoff über die Sohle des Stiefels

 

Was gibt es?

Die meisten unserer hier präsentierten Feuerwehrstiefel erfüllen nicht nur den Zweck der normalen Schutzfunktion, sondern sind auf bestimme Anforderungsprofile zugeschnitten.

Beispielsweise gibt es nur eine beschränkte Zahl an Schuhen, die über eine Schnittschutzklasse zur Verwendung mit Kettensägen verfügen – wird man mit diesen arbeiten, sollte man auf diese Klasse achten. Während wir grundsätzlich F2A-Stiefel empfehlen, kann es für jemanden, der ohnehin nur im Freien oder der Technischen Hilfe eingesetzt ist – zum Beispiel auch für Kollegen des THW – Sinn machen, sich einen F1PA-Stiefel zuzulegen. Diese sind oft günstiger und manchmal auch leichter, dadurch angenehmer für eine lange Zeit zu tragen.

Ein Thema, das für jede Einsatzkraft von Bedeutung sein sollte, ist die Rutschsicherheit. Wir unterscheiden hier zwischen Stiefeln der Klassen SRA, SRB und SRC. Diese unterschiedlichen Einteilungen bezeichnen die Profilsohle des Stiefels. Im Testverfahren nach SRA wird der Reibwert auf einem Keramikuntergrund, der mithilfe von Wasser und Reinigungsmitteln geschmiert wurde, bestimmt, bei SRB verwendet man hier Stahl als Unterlage und Glycerin als Schmiere. Die Angabe SRC schließlich bestätigt erfolgreich bestandene Tests sowohl nach Verfahren A als auch B. Mit diesen Stiefeln kann man sich also auf allen Untergründen sicher fühlen.

 

Worauf muss ich achten?

Zunächst einmal muss das eigene Anforderungsprofil klar sein. Suche ich vielleicht nur einen leichten Zweitstiefel für kleinere Einsätze? Dann reicht mir vielleicht auch ein günstigerer, leichterer F1-Stiefel völlig aus. Möchte ich hingegen in die Vollen gehen, sollte ich mir sorgfältig die Ausstattungen der Boliden ansehen – denn während alle für den Innenangriff zugelassen sind, werde ich bei manchen noch Zusatzausstattung wie die Schnittschutzklasse vorfinden. Hier muss ich natürlich abwägen, ob das in meinem Fall überhaupt notwendig ist. Auch die Schafthöhe sollte hier Beachtung finden. Während es im Tagdienst auf dem KLF vielleicht ausreichend ist, einen halbhohen Stiefel zu tragen, sollte ich bei einem Großbrand im Innenangriff vielleicht lieber einen hohen Einsatzschuh am Fuß tragen, um mich ausreichend vor Hitze und Flammen zu schützen.

Auch die eigene Fußgesundheit sollte eine große Rolle bei der Auswahl eines langjährigen Begleiters spielen. Viele Einsatzstiefel haben spezielle Dämpfungs- und Protektionssysteme verbaut, außerdem oft speziell flexibel gestaltete Teile zur Unterstützung beispielsweise des Sprunggelenks im Lauf. Zu beachten ist auch, dass nicht in allen Feuerwehrstiefeln unbedenklich Einlagen (z.B. orthopädische- oder Sporteinlagen) verwendet werden können, ohne die Schutzeigenschaften des Schuhs signifikant zu verändern oder gar zunichte zu machen. Die Kompatibilität der Stiefel mit solchen Sohlen wird vom Hersteller vorgegeben und wird bei uns in der Regel mit angegeben sein.

So entsteht ein weites Feld an individuellen Anforderungen, das zum Glück durch das ebenso breite Angebot der Hersteller weitestgehend abgedeckt sein sollte. Wir werden Euch dabei helfen, Euch in diesem Dschungel zurecht zu finden, indem wir die angebotenen Modelle sinnvoll ordnen, verschiedenste Filterparameter zur Verfügung stellen und uns bemühen, zu allen Modellen eine ausführliche und aufschlussreiche Erläuterung zu liefern.