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Feuerwehrstiefel Norm DIN EN 15090:2012: Was steht da eigentlich drin?

„Was ist eigentlich diese DIN EN 15090:2012, von der immer alle reden?“. So oder so ähnlich dürfte es schon jedem gegangen sein, der sich ein Paar neue Feuerwehrstiefel kaufen wollte.

 

Wozu ist diese Norm da?

Die Feuerwehrstiefel-Norm DIN EN 15090:2012 ist dafür da, dass ein Stiefel als Feuerwehrstiefel und Einsatzstiefel benutzt werden darf.

Damit ein Stiefel als Feuerwehrstiefel benutzt werden darf, muss er vor allem Schutz bieten gegen:

  • Verletzungen des Fußes und der Zehen durch herabfallende Gegenstände
  • Verletzungen durch Umknicken
  • Verletzungen des Fußes beim Hineintreten in spitze Gegenstände (z.B. einen Nagel)
  • Kälte und Nässe
  • Verbrennungen des Fußes
  • elektrischen Strom
  • statische Aufladung

 

Welche Inhalte hat diese Norm?

  • Klassifizierung der Feuerwehrstiefel
  • Typen von Feuerwehrstiefeln
  • Anforderungen an den Stiefel

Klassifizierung

In der alten Norm für Feuerwehrstiefel wurde nach 3 Klassen unterschieden. In der Norm DIN EN 15090:2012 hingegen wird nur noch nach 2 Klassen unterschieden:

  • Klasse 1: Schuhe aus Leder oder anderen Materialen (aber kein Vollgummi- oder Gesamtpolymerschuh).
  • Klasse 2: Vollgummi- oder Gesamtpolymerschuh.

Typen

Feuerwehrstiefel werden nach der Norm DIN EN 15090:2012 in 3 Typen unterteilt:

  • Typ 1: Der Feuerwehrstiefel ist für den Außeneinsatz sowie zur Technischen Hilfeleistung geeignet. Es besteht ein Schutz gegen Durchtritt (F1A), jedoch besteht kein Zehenschutz und kein Schutz gegen chemische Gefahren.
  • Typ 2: Der Feuerwehrstiefel ist für sämtliche Brandbekämpfung (Außen- & Innenangriff) und Rettungseinsätze geeignet. Er besitzt Schutz gegen Durchtritt und Zehenschutz, allerdings keinen Schutz gegen chemische Gefahren.
  • Typ 3: Der Feuerwehrstiefel ist Typ 2 (nur Vollgummi- oder Gesamtpolymerschuhe) und bietet zusätzlich noch Schutz gegen chemische Gefahren.

Anforderungen

Damit ein Stiefel als Feuerwehr-Stiefel nach DIN EN 15090:2012 zugelassen wird, muss dieser eine ganze Menge von Anforderungen erfüllen.

Grundanforderungen

In den Grundanforderungen werden die Grundvoraussetzungen beschrieben, welche ein Stiefel haben muss, damit er ein Feuerwehrstiefel wird. Zu den Grundanforderungen gehören beispielsweise die Dichtheit, Wasserbeständigkeit, Rutschhemmung, Wärmeisolierung und viele weitere.

Wärmeisolierung

Die Wärmeisolierung gibt an, wie warm der Stiefel im Inneren nach einer bestimmten Zeit und Temperatur maximal werden darf.

  • HI1: Bei 150°C max. 42°C nach 30 Minuten
  • HI2: Bei 250°C max. 42°C nach 10 Minuten
  • HI3: Bei 250°C max. 42°C nach 10 Minuten

Gesamtdauer des Wärmeisolationstests:

  • HI1: Der Stiefel wird 30 Minuten bei 150°C getestet.
  • HI2: Der Stiefel wird 20 Minuten bei 250°C getestet.
  • HI3: Der Stiefel wird 40 Minuten bei 250°C getestet.

Ein Stiefel hat den Wärmeisolationstest nicht bestanden bei:

  1. Die Laufsohle zeigt Risse, die länger als 10mm und tiefer als 3mm sind.
  2. Trennung von der Laufsohle und dem Obermaterial über eine Länge von 15mm und einer Tiefe von 5mm.
  3. Starke Deformation am Stiefel.

 

Alle Grundanforderungen findet Ihr in der  DIN EN 15090:2012 unter Punkt 6.

 

Schutz gegen Kettensägenschnitte

Bei Feuerwehrstiefeln ist der Schutz gegen Kettensägeschnitte optional und wird in der DIN EN ISO 17249 geregelt.

Daraus ergeben sich 4 Schnittschutzklassen. Die Schnittschutzklassen unterscheiden sich in der Kettengeschwindigkeit, bis zu der ein Schutz gewährleistet wird.

  • Schutzklasse 1: 20 m/s Geschwindigkeit
  • Schutzklasse 2: 24 m/s Geschwindigkeit
  • Schutzklasse 3: 28 m/s Geschwindigkeit
  • Schutzklasse 4: 32 m/s Geschwindigkeit

Üblicherweise besitzen Feuerwehrstiefel mit einem Kettensägenschutz die Schutzklasse 2.

 

Informationen auf dem Stiefel selbst

Piktogramme auf dem Stiefel

Ihr wollt wissen, welche Anforderungen euer aktueller Stiefel erfüllt? Dann habt Ihr Glück, denn auf jedem Feuerwehrstiefel muss ein Piktogramm eingestanzt sein, dass euch alle relevanten Informationen gibt.

Das Piktogramm findet ihr auf der Außenseite des Schuhs und ist mindestens 30 x 30mm groß.

 

Für Typ 1-Stiefel gilt:

  • F1A: Alle Grundanforderungen sowie Anforderungen der Statik(A)
  • F1PA: Alle Grundanforderungen sowie Anforderungen der Duchtrittsicherheit(P) und Statik(A)
  • F1I: Alle Grundanforderungen sowie Anforderungen an elektrisch isolierende Stiefel(I)
  • F1PI: Alle Grundanforderungen sowie Anforderungen an elektrisch isolierende Stiefel(I) und Durchtrittsicherheit(P)

Für Typ 2 Stiefel gilt:

  • F2A: Alle Grundanforderungen sowie Anforderungen der Statik(A)
  • F2I: Alle Grundanforderungen sowie Anforderungen an elektrisch isolierende Stiefel (I)

Für Typ 3 Stiefel gilt:

  • F3A: Alle Grundanforderungen sowie Anforderungen der Statik(A)
  • F3I: Alle Grundanforderungen sowie Anforderungen an elektrisch isolierende Stiefel (I)

 

Habt Ihr noch Fragen? Dann stellt sie uns in den Kommentaren!

 

Die ganze Norm könnt Ihr Euch hier kaufen: Beuth-Verlag. Weitere Informationen findet Ihr auch bei Eurer Unfallkasse.



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